Donnerstag, 19. Juli 2018

Challenge-Partner - die neuen Superhelden unserer Zeit?

Quelle: Fotolia

„Sie sind: top engagiert, auf der Suche nach ständigen Herausforderungen, eigenverantwortlich, unternehmerisch denkend, selbstverständlich agil im Mindset, bereit die Zukunft zu rocken, bringen Innovationskraft und Lust auf Leistung mit und sind natürlich bestens qualifiziert…“? So oder ähnlich lesen sich aktuelle Stellenangebote – egal ob es dabei um die von aller Welt gesuchten IT-Fachkräfte geht oder z.B. um Sachbearbeiter* im Gebäudemanagement oder auch um Führungskräfte. Unabhängig welche konkrete Stelle besetzt werden soll: die Anforderungen erscheinen  überall gleichermaßen hoch und umfassen fast ausnahmslos die oben aufgezählten Punkte. Ja, Recruiting – oder altdeutsch „die Personalbeschaffung“ – boomt. Kaum ein Unternehmen, was sich hier aktuell nicht mit dem Thema beschäftigt.


Inhalt:
Unternehmen leben im Dilemma
Nur die Besten bleiben - das gilt umso mehr bei Veränderung
Es braucht Superhelden
Der Challenge-Partner als neuer Superheld
"Capitana Challenge" lebt nicht im Comic
Fragen als Fazit

Unternehmen leben im Dilemma

Zu Recht. Sind doch die Mitarbeiter* – ich korrigiere – aus Sicht eines Unternehmers natürlich möglichst die besten Mitarbeiter – die Garantie für sein Unternehmen, erfolgreich und damit vor allem wandlungsfähig in die Zukunft zu gelangen. Wie ich schon in meinen letzten Beiträgen ausgeführt habe, lastet hier ein hoher der Druck auf Unternehmen – insbesondere im Mittelstand – den Anforderungen von Anpassungsfähigkeit und gleichzeitig ertragreicher Leistung Genüge zu tun.  So gesehen ist das zum einen das vielleicht alt anmutende Dilemma von „Innovation versus Effizienz“. Neu betrachtet unter dem Blickwinkel von #NewWork und den Einflüssen von KI sowie unserem gesellschaftlichem Wandel (Stichwort: Sinn der Arbeit, Wichtigkeit von Werten, unterschiedliche Bedürfnisse) und einer disruptiven Umwelt die Schwierigkeit der „Ambiguität“. Also als Unternehmer sich gerade in einer Arbeitswelt zu befinden, die  von Unsicherheit und unsicheren Einflussfaktoren geprägt ist und keinerlei objektive Wahrscheinlichkeit ermöglicht, sondern ähnlich wie beim Glücksspiel von einer subjektiven Einschätzung hinsichtlich Entscheidungssituationen geprägt ist.

Nur die Besten bleiben - das gilt umso mehr bei Veränderung
Organisationen leben also im Wandel und müssen sich diesem auch selbst stellen. Und nicht nur das: es geht nicht nur um die Veränderung ansich und diese möglichst schockfrei zu meistern – nein, es wird vor allem darauf ankommen, sowohl in der Veränderung selbst als auch in der Zeit „danach“ das Unternehmen immer wieder auf dem - dann auch unter Umständen veränderten - Markt zu behaupten. Es geht also letztendlich für Unternehmen darum, immer wieder zu bestehen. Und nicht nur das: möglichst auch erfolgreich zu bestehen, - am besten sogar: sich besser als vorher durchzusetzen und ja, sogar zu den Besten zu gehören. Denn sonst sind sie irgendwann „weg vom Fenster“.

Es braucht Superhelden
Damit dies gelingt trägt nicht nur die faktische Leistung und Leistungsfähigkeit von Mitarbeitern hierzu bei, sondern entscheidend ist vor allem ihre Haltung von der die Zukunftssicherung abhängt.

Um also überhaupt gut durch einen Wandel zu kommen, sich schnell auf neue Technik, Ideen, Methoden etc. einstellen zu können, braucht es also auf jeden Fall schon mal neben einer körperlichen Leistungskraft viel Lust auf Innovation und Veränderung. Dieser passende und den Wandel im besten Sinne mitgestaltende Mitarbeiter ist also für Unternehmen wichtiger denn je. Es braucht nicht weniger als einen Superhelden oder eine Superheldin – so zumindest lesen sich die meisten Stellenanzeigen.
Agilitätskompetenz, Veränderungsbereitschaft, Verantwortung, Empathie, sorgt für eigene Wissenserweiterung, reflektiert, geht mutig neue Wege… und bei Führungskräften kommt noch eine Schippe oben drauf: schafft Vertrauen, gestaltet Beziehungen persönlich und digital, hält die Balance zwischen Spielraum und Erfolgskontrolle, begeistert, kann sich auf jeden individuell einstellen und noch vieles mehr. Puh – da kann schon kaum Captain America oder Supergirl mithalten. Und das sind doch eigentlich schon Superhelden par excellence. 
Doch diese Superhelden decken nur einen Teil – sagen wir mal so was wie das „daily business“ der Veränderung ab. Diese Super-Mitarbeiter tragen erst einmal überhaupt  dazu bei, dass eine Veränderung gut gelingen kann und sich auf neue Möglichkeiten, Rahmenbedingungen und Faktoren möglichst gut trainiert eingestellt wird. Doch um wahrlich weiter oder sogar erneut wieder erfolgreich zu sein und sich wirtschaftlich zu behaupten, werden Unternehmen mehr brauchen als Super-Mitarbeiter. Sie brauchen den Mitarbeiter, der wirklich, wirklich das Unternehmen in der Veränderung und bei jedweden zukünftigen Herausforderungen – neudeutsch „Challenge“ – erfolgreich machen will. Der, der von innen heraus zu den besten Unternehmen gehören möchte und dafür eben auch alles gibt, das das Unternehmen, wofür er arbeitet auch zum Besten wird. 

Der Challenge-Partner als neuer Superheld
Um sich wirklich erfolgreich zukunftsfähig aufzustellen benötigen Unternehmen also einen bestimmten Typus von Superheld, dem es sowohl gelingt, sich immer wieder den aktuellen Bedürfnissen anzupassen und der auch immer wieder „gewinnen“ will und besser sein will als der Durchschnitt. Er denkt und handelt nicht nur wie ein Unternehmen sondern hat bei seinen Entscheidungen immer (!) das Unternehmen als Ganzes im Blick. Und er ist bereit, sich den wirtschaftlichen Markt immer wieder zu erobern bzw. in der obersten Liga mit zu spielen.
Solche Challenge-Partner geben Unternehmen die Power – und zwar von innen heraus – die sie zukünftig benötigen, um nicht nur zu bestehen sondern unter den Besten zu sein.  Unternehmen brauchen also den Challenge-Partner als neuen Superhelden unserer Zeit. 


"Capitana Challenge" lebt nicht im Comic
Also alles doch ganz easy oder?! Unternehmen suchen sich ihre richtigen Challenge-Partner und dann klappt´s auch mit der Zukunft. 
Ja…das würde so einfach funktionieren, lebten wir alle in einem Comic. Dann könnte der Erfinder der Marvel-Superhelden  den Challenge-Partner einfach als neue Figur, nennen wir sie doch einfach Capitana Challenge,  zeichnen und die Geschichte geht weiter.
Doch zum Glück leben wir jetzt nicht in einem Comic: Wir haben das Privileg der Selbstbestimmung. Unsere Unternehmen müssen also schon selbst „ihre Geschichte“ gestalten und ihre eigene wahre Capitana Challenge finden.
Dabei ist die richtige Suche und Ansprache sicherlich ein Kriterium, um Superhelden für eine gemeinsame Abenteuerreise zu finden. Um sie jedoch dauerhaft und verbindlich als Super-Partner im Abenteuer „Zukunft der Arbeit“ für sich buchen zu können, bedarf es sicherlich noch  mehr. 


Fragen als Fazit:
Und das ist eine vielleicht noch viel spannendere Frage als die der Ansprache: Wie schafft es ein Unternehmen, seine Challenge-Partner immer wieder neu für sich und die damit anstehenden Herausforderungen in unserer Arbeitswelt zu gewinnen? Was braucht eine Capitana Challenge tatsächlich um ihre Superkräfte voll zu entfalten? Denn wenn dieser Mitarbeiter wie ein Unternehmer denkt, handelt und eben auch fühlt – braucht er dann nicht auch einen partnerschaftlichen Umgang auf Augenhöhe?

Und das ist vielleicht für viele Unternehmen eine weitere, neue Situation: wie sieht ein solcher partnerschaftlicher Umgang auf Augenhöhe denn konkret aus? Geld – also das Gehalt – ist hier sicherlich nur eine Komponente, - aber was sind weitere, wichtige Faktoren? Ist es die Freiheit in den Entscheidungen? Ist es die Selbstbestimmung über Zeit und Arbeitsort? Ist es ein bestimmter „Haftungsfreispruch“ wenn mal bei Entscheidungen was schief geht? Oder ist es gar tatsächlich der Erfolg, der dann in der Zukunft eintritt – und dann auch eintreten muss – denn sonst ist die Capitana Challenge, die Superheldin für den Erfolg, wieder weg und sucht sich ein für ihn/sie passendes Unternehmen, dass ihm/ihr eben genau diesen Erfolg geben kann. Wäre diese Konsequenz dann nicht auch Teil einer Erfolgs-Partnerschaft?

Anmerkungen/Quellen:
1. *Alle Bezeichnungen verstehen sich ausdrücklich geschlechtsneutral
2.  www.britta-redmann Blog….Auf zu neuen Galaxien: Flexible Arbeitszeiten – die Reise ins Unbekannte
3. https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/ambiguitaet-53900 Ambiguität bezeichnet eine Situation unter Unsicherheit, in der der Entscheider keine eindeutigen Vorstellungen über die Wahrscheinlichkeiten       möglicher Ereignisse hat. Die extremste Form der Ambiguität ist Unsicherheit i.e.S.; der Entscheider kann hier keinerlei          Wahrscheinlichkeitsvorstellungen angeben. Allg. besteht Ambiguität aber bereits dann, wenn Wahrscheinlichkeiten nicht objektiv gegeben sind (wie bei Glücksspielen), sondern subjektiv geschätzt werden. Ambiguität tritt regelmäßig in wirtschaftlichen Entscheidungssituationen auf, da Entscheider hier auf subjektive Einschätzungen über Umweltzustände bzw. deren Determinanten angewiesen sind.“

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