Donnerstag, 25. Oktober 2018

Und was bitte ist Karriere? - Eine persönliche Studie mit lebendiger Fortsetzung Teil 3

Danke an Brendan Church, unsplash


Was bedeutet Karriere für Dich?

Unter diesem Motto hatte ich vor einiger Zeit begonnen, Menschen in meinem Umfeld danach zu fragen. Das Ziel dabei: weg von einer abstrakten Studie hin zu ganz persönlichen und individuellen Erfahrungen. Denn letztendlich kommt es doch immer auf den Einzelnen an, wie er sein Arbeitsleben gestaltet und damit auch, was Karriere für ihn bedeutet.
Es geht also nicht um wissenschaftliche Vollkommenheit sondern um persönliche Impulse, Anregungen und Sichtweisen. Eine Einladung an alle, die Lust haben, ihre Perspektiven und ihr Verständnis zu erweitern und sich neugierig auf die Motivation eines anderen einlassen mögen.
In jüngster Zeit beschäftigt mich unter anderem das Thema agile Arbeitszeiten und so fand ich es besonders interessant, mich mit Nathalie, 31 Jahre, zu unterhalten, die als duale Studentin sowohl arbeitet als auch studiert. Was ich so von außen beobachte erfordert das schon auch eine große Selbstorganisation, diese unterschiedlichen Zeitfenster (inklusive Lernphasen) unter einen Hut zu bekommen. Und ja, warum macht sie das? Ist ja nicht nur ein Spaziergang. Nur der Karriere willen?
Hier Nathalies Antwort: 
Karriere – bis vor kurzem habe ich mir über dessen Bedeutung gar nicht so viele Gedanken gemacht, bis Du, Britta, mit Deiner Frage auf mich zugekommen bist. Also was bedeutet es nun für mich… Ich glaube Karriere heißt nicht gleich immer Aufstieg, Geld und Macht, eine bessere Position im Job oder sogar Chef sein. Ich glaube Karriere, gerade für mich, bedeutet einfach, endlich das zu tun, was einem Spaß macht. Karriere kann vorwärts gehen, also die Leiter hoch, Karriere kann aber auch rückwärts gehen, also die Leiter wieder runter, was ich selbst schon schmerzlich erfahren musste. Eigentlich wollte ich unbedingt immer Anwältin werden. Das war schon immer der Plan für meine Karriere. Zur Schule gegangen, Abi gemacht, angenommen an der Uni Köln, Jurastudium begonnen. Bis dahin soweit alles ganz „nach Plan“.
Leider, wirklich leider, dümpelte das Studium so ein wenig vor sich hin und ich habe erst, als es eigentlich zu spät war, die Kurve gerade so noch bekommen und mein Grundstudium abgeschlossen. So richtig kann ich gar nicht beschreiben, warum das Studium vor sich dümpelte…Ich glaube es war einfach eine Mischung aus #Studentlife zu sehr genossen und einfach immer zu spät gelernt vor jeder Klausur J. Während dieser Zeit wurde mir dann aber doch eins klar: eigentlich will ich gar nicht Jura studieren, BWL gefällt mir doch viel besser J. Nach wie vor interessiere ich mich für sehr viele juristische Artikel und Themen, doch nachdem ich nicht mehr aufgehört habe jedes Essen auszurechnen bzw. neu zu kalkulieren, wenn ich einkaufen war und den Preis als zu niedrig oder zu hoch empfand, oder auch jede Rabattaktion aus Marketingsicht zu hinterfragen dachte ich mir, dass ich diese Gedanken doch mal weiterverfolgen sollte. 
Danke an Emily Morter, unsplash
Kurz entschlossen habe ich mich dann einfach an der EUFH (Europäischen Fachhochschule) beworben für General Management mit Spezialisierung auf Marketing und damit meine ursprünglichen Karrierepläne über Bord geworfen. Ich habe mich bewusst für ein duales Studium entschieden und nicht einfach an der Uni Köln den Studiengang gewechselt. Wie eingangs schon erwähnt bin ich auch nicht mehr die Jüngste ;-) und mir war es sehr wichtig, endlich in den Arbeitsalltag einzusteigen und einen Abschluss zu absolvieren. Ein entscheidendes Argument für mich war auch der Praxisbezug. Das in der Theorie Erlernte kann in der Regel - dieses Glück habe ich in meinem Unternehmen auf jeden Fall - sofort in die Praxis umgesetzt werden. Ich habe den Einstellungstest an der Uni bestanden und wurde in meinem Wunschunternehmen aufgenommen. Und aktuell kann ich fester Überzeugung sagen, dass es definitiv die richtige Entscheidung war, meine Karrierepläne, nach dem kleinen Karriereknicks, zu ändern und einen anderen Weg einzuschlagen. In meinem Unternehmen gibt es Aufstiegschancen, wir arbeiten auf Augenhöhe und leben flache Hierarchien. Es steht nicht die persönliche Maxime im Vordergrund, sondern gemeinsam und gemeinsame Ziele zu erreichen, die wir uns als Kollegen setzen und von der Geschäftsführung vorgelebt bekommen. Karriere bedeutet in meinen Augen einfach einen sicheren Job zu haben, ein Job der mein Privatleben respektiert und mich nicht 50 Stunden oder mehr wöchentlich schuften lässt, ein Arbeitsumfeld, das ich gerne jeden Morgen betrete und mit Kollegen zusammen zu arbeiten, die mittlerweile zu Freunden geworden sind. Und am Wichtigsten daran ist: ich mache genau das, was mir Spaß macht: Digitales Marketing, Messen, Designen und die Marke VEDA nach vorne zu bringen. Ich arbeite in einem super Team genau an den Ansätzen, die mich wirklich interessieren und dabei kommt sogar das Juristische aufgrund der DSGVO nicht zu kurz. In unserem Team ergänzen wir uns super und wir lachen viel. So bin ich produktiv, ausgeglichen und fokussiert. Natürlich möchte auch ich nicht auf der Stelle treten und schauen, wohin mich meine Karriereleiter noch bringt. All dies bedeutet für mich Karriere. 
Was bedeutet heutzutage Karriere in unserer Arbeitswelt aus Deiner Sicht? 

Das ist schwierig zu sagen, ich denke, dass Karriere ein subjektiver Begriff ist und ihn jeder für sich selber definieren sollte. Was mir aber häufig aufgefallen ist und ich auch immer wieder höre ist, dass Karriere heutzutage für viele eben doch noch bedeutet, dass sie aufsteigen wollen, in einer möglichst hohen Position arbeiten wollen. An meiner Uni werden wir für Managementpositionen ausgebildet und gerade da hört man bei vielen Jüngeren - ich bin da ja schon etwas älter ;-) - noch, dass sie unbedingt direkt als Manager in ein Unternehmen einsteigen wollen und salopp gesagt, dann nicht mehr arbeiten wollen, aber die Kasse klingeln soll.

Bedeutet Karriere jetzt eine hohe Position, seine Familie kaum noch zu sehen, immer unterwegs zu sein? Oder sagt Karriere, dass Träume verwirklicht werden sollen, egal in welche Richtung sie gehen?
Ich denke, gerade heute, in Zeiten des Fachkräftemangels, kann Karriere einfach vieles sein: Aufstiegsmöglichkeiten, Förderung, Festanstellung, möglichst hoher und guter Abschluss des Studiums, viel Geld, ein sicherer Job, unbefristete Arbeitsverhältnisse, usw. Es bleibt jedem selbst überlassen, welchen Weg er verfolgt und was er daraus macht. Karriere ist eben ganz individuell.

Foto: Nathalie Herper




Montag, 24. September 2018

Zusammenarbeit - was hat das mit Karriere zu tun?

Quelle: Unsplash Randy Flath


Und was bitte ist gute Zusammenarbeit? 

Wir reden von vernetzter Zusammenarbeit, Unternehmen wollen agil arbeiten und Mitarbeiter wünschen sich bei ihren Einstellungsgesprächen zu 90 % eine „gute Arbeitsatmosphäre“ im Team. Wie beeinflusst unsere Karriere – oder das, was für uns wichtig ist – der Faktor „Zusammenarbeit“? Eine Frage mit der sich jeder HR´ler beschäftigen muss. Eine von Ihnen ist Diana Roth. Sie war jahrelang selber im Personalbereich tätig und hat sich jetzt auf Coaching von Personalerinnen spezialisiert. Wie Diana die Frage auflöst, was für einen Bewerber gute Zusammenarbeit und damit ein wesentlicher Karrierefaktor für ihn ist, das schildert sie im Folgenden:


Wer ist der MAN in Teamarbeit?

Karriere und Zusammenarbeit
Jeder 3. Bewerber erklärt mir, dass gute Zusammenarbeit in seiner neuen Stelle, entscheidend ist. Eine HerzBlutPersonalerin kann es sich in solchen Moment nicht nehmen lassen.

Sie muss nachfragen und zwar ungefähr so:
„Danke. Ich habe verstanden, dass Ihnen eine gute Zusammenarbeit/ein gutes Team sehr wichtig ist. Was ist denn für Sie gute Zusammenarbeit?“
Und jetzt beginnt der Balanceakt des Bewerbers.
Er überlegt, ob er mich mit diplomatischen Satzphrasen zufrieden stellen soll, oder ob er klar sagen will, was sein Bedürfnis ist.
In den letzten 30 Jahren meiner HR-Arbeit in sechs verschiedenen Branchen, habe ich gerade diese Antworten auf diese Frage festgehalten. Hier nun die vier Antworten in der Reihenfolge der Häufigkeit:

                             1. „Ja, wenn man sich wohl fühlt im Team!“
                            2.  „Wenn man gerne arbeiten kommt!“
                            3. „Wenn man gemeinsam am gleichen Strick zieht!“
                            4. „Wenn man sich gegenseitig hilft!“

Wer ist der MAN?
Diese Antworten provozieren bei mir natürlich Rückfragen. „Ja, wann fühlen Sie sich denn wohl in einem Team?“. Bis zu diesem Zeitpunkt nutzen viele Bewerber generalisierenden Aussagen. Auch die Formulierung „man“ ist einer Personalerin grundsätzlich suspekt. Wenn ich einen guten Dialog mit dem Bewerber führe und auch Humor in dem Gespräch (ich mag das Wort Interview nicht) von beiden Seiten möglich ist, frage ich auch schon mal: “Wer ist der MAN?“

Und erst dann ist ein offener, tiefer Austausch möglich. Ich bemerke, dass sich gerade hier Bewerber hinter Plattitüde verstecken, obwohl ihnen eine Zusammenarbeit stark am Herzen liegt.

Teammitglieder - Individuen
Es gibt so viele Mitarbeitertypen, die ein Team bereichern können. Ich habe mich entschieden hier meine "big 4" vorzustellen. Daher ist die Aufzählung als nicht abschließend zu sehen.

Da gibt es den dominanten selbsternannten Teamleader, der gerne offen und direkt ist. Der durch Verhandlungen Übereinstimmung erzielt. Der gerne Probleme für die Gruppe löst. Sich aber auch unsensibel gegenüber den Gefühlen der anderen zeigt. Er ist zwar ausdauernd – aber in Gruppenprozessen voll Ungeduld.
Da gibt es das humorvolle Teammitglied, welches gerne im Rampenlicht steht. Er fühlt sich in einem demokratischen Umfeld wohl. Hier müssen seine Beiträge anerkannt und gewürdigt werden. Er reißt die Gruppe mit seinem Optimismus mit – verspricht aber leider auch mehr als er halten kann.
Da gibt es den klassischen Teamplayer mit dem fürsorglichen Ansatz, der wie eine Glucke das Team hegt und umpflegt. Er mag Ideen, die an Bewährtes anknüpfen und sorgt selber für ein angenehmes und kooperatives Umfeld. Er mag Teammitglieder, die freundlich mit ihm umgehen und sich nicht nur für seine Arbeit, sondern auch für ihn interessieren. Er ist der große Unterstützter, der sich jedoch selbst verliert, da er sich ständig anpasst und damit Chancen verpasst.
Und schlussendlich gibt es den superkorrekten Kollegen. Der durch Genauigkeit, Organisation, Details und Präzision auffällt. Er hält sich gerne an Regeln und bringt seine gut begründeten Bedenken regelmäßig in Gruppenentscheide ein. Er sorgt für Ordnung und fällt durch seinen konzentrierten Blick auf Details als bremsend auf.

Und alle wollen doch dasselbe: Akzeptiert und respektiert werden. Nur jeder definiert dies für sich ganz individuell. Unvergleichbar. So wie wir alle Individuen sind, so ist auch dieser Begriff sehr unterschiedlich belegt. Um die Reibungsverluste untereinander abzufangen, müssen sie die individuellen Unterschiede verstehen. Das Bedürfnis nach sozialer Zugehörigkeit ist bei den meisten Menschen sehr ausgeprägt.


Was hat ein gutes Team mit Karriere zu tun?
In den letzten Jahren habe ich als HR-Leiterin immer wieder Teams begleitet, die einen mehrmonatigen Krankheitsfall eines Mitarbeiters, mitaufgefangen haben.

Im Gegenzug erlebte ich, dass ein anderes Team bereits nach 4 Wochen auf die Barrikaden ging, da man nicht mehr bereit war, für den Kollegen einzuspringen.
Ein gutes Team kann die Karriere eines Einzeln und eines ganzen Teams fördern oder behindern.
Beides ist möglich.

Einer für alle - Alle für einen
Ich unterrichte angehende Marketingmanager in einer Fachhochschule. Dort gibt es eine Prüfungsarbeit, welche als Gruppenpuzzle tituliert wird. Gruppen von 3 -5 Studenten müssen ein Thema aufbereiten und in Form einer kleinen Diplomarbeit abgeben. Anschließend müssen sie diese präsentieren und Fragen dazu beantworten. Es gibt eine Gruppennote. EINE. 
Hier beobachte ich immer wieder, wie diese Zusammenarbeit in beide Richtungen gehen kann. Und die wenigstens Gruppen ziehen das schwächste Glied der Gruppe mit hoch. Ich erlebe, dass die Leistungen und das Verhalten der „schwächsten“ Gruppenmitglieder, die anderen stark beeinflusst.
Mit schwachen Gruppenmitgliedern sind meist starke Personen gemeint, die jedoch ein völlig anderes Arbeitsverhalten haben und in gewissen Situationen lieber minimalistisch Beiträge leisten. Sie rechnen damit, dass die leistungsstärksten und ehrgeizigsten Gruppenmitglieder alles tun um eine gute Note zu erhalten.
Ich muss dann immer an den Spruch: T.E.A.M = d.h.  toll ein anderer machts denken.
Für mich spiegelt dies die Zusammenarbeit in einem Team wieder. Auch hier kann ein einziger fauler Apfel eine Reihe von gesunden, knackigen Äpfeln so anstecken, dass schlussendlich alle ungenießbar sind. Umgekehrt wird ein gesunder, rotbackiger Apfel unter lauter faulenden Äpfeln sich rasch angleichen.

Kennst Du die X und Y-Theorie von Mc Gregor?
Mc Gregor beschreibt in seiner These zwei verschiedene Menschentypologien. Ganz rudimentär zusammengefasst:Theorie X:Der Mitarbeiter hat eine angeborene Abneigung gegen Arbeit und versucht dieser, aus dem Weg zu gehen. Er vermeidet, Verantwortung zu übernehmen, hat nur wenig Ehrgeiz.Theorie Y:Arbeit ist für diesen Typ Mensch eine wichtige Quelle der Zufriedenheit, denn er ist von Natur aus leistungsbereit und leistungswillig. Arbeit bietet ihm die Befriedigung seines Strebens nach Selbstverwirklichung. 

Mein Fazit:
X-Mitarbeiter schätzen eine gute Zusammenarbeit aus anderen Beweggründen wie Y-Mitarbeiter.

Welchen Stellenwert hat gute Teamarbeit für mich in der heutigen „new-workigen“ Zeit?
Ich bin ja der Meinung das New Work „alter Wein in neuen Schläuchen“ ist.
Daher: der Stellenwert von guter Teamarbeit war immer schon wichtig. Je nach Funktion, Aufgabengebiet, Branche, Region und Mitarbeitertyp braucht es mehr oder weniger.


Zusammenarbeit ist sehr wichtig.

Zusammenarbeit hat einen hohen Stellenwert.


Da zukünftig gesamte Arbeitsprozesse und Strukturen mehr und mehr virtualisiert auftreten, werden Unternehmen auf fest angestellte Mitarbeiter verzichten. Kleine Arbeitspakete werden von Projektarbeitern in sogenannten Talent-Clouds virtuell zusammenarbeiten. Da heißt es dann Zusammenarbeiten ohne teilweise sich je zu persönlich zu begegnen. Hier wird das Thema Kommunikation und klare Regeln einen großen Stellenwert erhalten.

Aber der Satz:
„Wer alleine arbeitet, addiert: wer zusammenarbeitet, multipliziert.“ (Arabische Lebensweisheit)
wird weiterleben.

Foto: Diana Roth

Diana Roth
HerzBlutPersonalerin
HR-Expertin, HR-Fachbuchautorin,
HR-Podcasterin, HR-Youtuberin
Schweiz

Freitag, 7. September 2018

#NewPay - Konsequenz oder längst überfällig im HR?

Foto: Maria Imelda, Unsplash

Unsere Arbeit verändert sich: Agilität, Kollaborative Plattformen, Selbstverantwortung und Selbstbestimmung des einzelnen Mitarbeiters stehen vermehrt im Fokus bei Unternehmen. Das hat Auswirkungen auf die Zusammenarbeit. Doch wenn wir über unsere Zusammenarbeit sprechen, dann wirft das unweigerlich auch Fragen zu unserer Vergütung auf – denn schließlich arbeiten wir nicht kostenlos sondern stehen zu unserem Arbeitgeber in einem Austauschverhältnis: Vergütung gegen (Arbeits-)Leistung.  Ändern sich also unsere Arbeitsbeziehungen dann ist die Frage berechtigt, ob denn dann noch die derzeitigen Vergütungssysteme eigentlich zum »Neuen Arbeiten« passen? Welche (neuen) Anreize oder Boni brauche ich, wenn wir eine andere Zusammenarbeit haben? Was ist in dem Sinne »gerecht«? Darüber zu sprechen, ist aber immer noch ein Tabu hierzulande. Da es bei New Work um das Miteinander, um Transparenz und Kommunikation geht, lässt sich das Thema Gehalt hier nicht ausklammern. Und schon gar nicht in HR Abteilungen.


Und so wollen wir #NewPay sichtbar machen. Genauso wie Transparenz bei neuen Arbeitsformen eine zentrale Rolle spielt, möchten wir zu einem transparenten Umgang zum Thema Gehalt beitragen.
Wir, das sind Nadine Nobile, Gründern von CO:X und Initiatorin des New Work Women Netzwerkes und ich, Britta Redmann, Director Corporate Development&HR bei der VEDA GmbH und Arbeitsrechtlerin. Dieser Beitrag findet sich auch im Veda Blog https://www.veda.net/de/


Was ist uns wichtig bei #NewPay?

Klare Regeln

Britta: Für mich als Arbeitsrechtlerin ist es wichtig, dass wir klare Regeln haben. Dass sich neue Gestaltungslinien  - erstens -  im gesetzlichen Rahmen bewegen, und dass diese – zweitens - so aufgesetzt sind, dass sie konfliktvermeidend sind, ohne ewig langes Auslegen und Diskutieren. 

Nadine: Definitiv, denn klare und einheitliche Regeln sichern Transparenz und Nachvollziehbarkeit. Das schafft Vertrauen und Akzeptanz, auch dann, wenn einzelne Komponenten des Vergütungsmodells nicht den eigenen Präferenzen entsprechen. Denn allen Beteiligten ist klar: Es gibt nicht das eine System, das allen Ansprüchen gerecht werden kann. Bedeutsamer für Mitarbeiter ist, dass das bestehende Vergütungsmodell verlässlich ist.


Förderung Agilität

Britta: Die Bezahlung ist immer noch ein wichtiger Faktor, aber die Kernfrage heute lautet, inwieweit Kandidaten ihre – ganz subjektiven - Bedürfnisse befriedigt bekommen. Das Bedürfnis nach mehr Selbstbestimmung ist da: wann arbeite ich, wo arbeite ich. Es geht um individuelle Arbeitszeitmodelle, die  Homeoffice oder kleine Auszeiten flexibel ermöglichen und die mit agilem Arbeiten abbildbar sind. Die Verantwortung wird dabei sowohl vom Team als auch vom Einzelnen mitgetragen. In traditionellen Unternehmen liegt diese noch beim Chef oder der einzelnen Führungskraft.  Je agiler in einer Organisation gearbeitet wird, umso mehr wird sich auch Verantwortung verteilen müssen.

Nadine: Dem kann ich nur zustimmen. Wir erleben eine Entwicklung hin zur Individualisierung und zur Flexibilisierung – und das über alle Altersgruppen. Das zeigt sich unter anderem beim letzten Tarifabschluss der Deutschen Bahn. Dort hatten die Beschäftigten die Wahl zwischen 2,6% mehr Lohn, 6 Tage mehr Urlaub oder eine entsprechend kürzere Wochenarbeitszeit. 58% der Beschäftigten entschieden sich für mehr Urlaub, 40% für mehr Geld und der verbleibende Rest für geringere Wochenarbeitszeit. Interessant dabei ist, dass das „Wahlergebnis“ über fast alle Altersgruppen ähnlich ausfiel. Gleichzeitig konnte die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft, die diesen Tarifabschluss verhandelt hatte, einen vierstelligen Zuwachs an Mitgliedern verbuchen. Denn, so eine Gewerkschaftsvertreterin bei einem Gespräch, die Menschen wollen selbst die Wahl haben, was aktuell besser in ihre Lebenssituation passt.


Was ist mir diese Leistung wert?

Britta: Auf welche Art und Weise trägt ein Mitarbeiter zum Unternehmenserfolg bei und was ist mir diese Leistung wert? Ich glaube, dass unser bisheriges, zahlengetriebenes Verständnis von Leistung nicht mehr pauschal passt auf heutige und erst recht künftige Anforderungen. Leistung wird noch weitgehend bewertet mit „zählen, messen, wiegen“ und mit einer konkreten  Eingliederung von Tätigkeiten in Vergütungsgruppen. Fakt ist doch, dass Unternehmen es schaffen müssen, sich schnell zu verändern und auf neue Dinge einzustellen. Das gilt insbesondere  auch für die Mitarbeiter, die in diesen Unternehmen arbeiten. Alles, was dazu beiträgt, diese Veränderungskompetenz zu fördern, hat eine Wettbewerbskomponente und ist gut! 

Nadine: Ja, Du hast Recht, und diese stetigen Veränderungen in einem Vergütungsmodell abzubilden ist eine Herausforderung. Was es dafür meines Erachtens bedarf ist ein ergebnisoffener Dialog darüber, was ein Unternehmen konkret vergüten möchte. Und welche Rolle dabei Qualifikation und Erfahrungen, Engagement und Leistung oder auch soziale Faktoren spielen. Es ist spannend wie unterschiedlich dazu die Antworten ausfallen. Und es ist immer wieder fasziniert, wenn man mit Menschen aus Organisationen spricht, die ihr Gehaltsmodell partizipativ entwickelt haben, wie stimmig die unterschiedlichsten Modelle argumentiert werden. Vieles ist denk- und machbar – wichtig ist vor allem eines, was passt zu den Menschen und was dient der Wertschöpfung der Organisation.


Vergütung ist mehr als Geld:

Britta: Unternehmen wollen die besten Mitarbeiter haben. Und natürlich sollen diese möglichst lange dem Unternehmen loyal verbunden bleiben. Es wird also zukünftig noch viel mehr darum gehen, Mitarbeiter zu Unternehmens-“treue“, Verantwortung und Veränderung zu motivieren. Gerade jedoch die Haltung eines Mitarbeiters, wie Loyalität, Treue, Verantwortung – das lässt sich in keine vertragliche Vereinbarung packen. Und damit stellt sich auch die Frage, ob Geld alleine hier als Motivator ausreicht?
Wenn ich an heutige Vorstellungsgespräche denke, dann erlebe ich, dass Fragen
nach flexiblen Arbeitszeiten, Homeoffice und Anzahl der Urlaubstage  heute die Regel sind und nicht mehr die Ausnahme. Und umso stärker die Rivalität um eine bestimmte begehrte Berufsgruppe, wie z.B. Java Entwickler, Ingenieure, Datenschutzrechtler oder Mathematiker ist, werden diese Faktoren im Rahmen des Themas „Arbeitsbedingungen“ zum attraktiven Wettbewerbsfaktor für Unternehmen.

Nadine: Diese Beobachtung kann ich teilen. Und gleichzeitig erlebe ich immer wieder, sind Mitarbeiter mit der eigenen Arbeitssituation unzufrieden, dann zeigt sich diese Unzufriedenheit auch sehr oft am Gehalt. Man fordert in wahrsten Sinne des Wortes ein „Schmerzensgeld“ ein, um das eigene Arbeitsleid zu lindern. Was wir ebenfalls oft beobachten ist, dass Gehaltsthemen dann hoch kommen, wenn  im Team- oder Unternehmensgefüge Störungen vorliegen, und sich Mitarbeiter ungerecht behandelt fühlen. Auch dann steht für viele erst Mal die Gehaltsanpassung im Mittelpunkt. Das ist aber weder nachhaltig für die Person noch für das Unternehmen.
Hier hilft ein konstruktiver Dialog. Um was geht es konkret bei der jeweiligen Gehaltsforderung? Was soll die Vergütung aus Sicht des Mitarbeitenden konkret entlohnen und kompensieren? Dabei lernt die Organisation nicht nur, welche Bedarfe und Bedürfnisse Mitarbeitende haben, sondern erhält auch die Möglichkeit schwelende Konflikte und Störungen zu identifizieren und diese aktiv anzugehen.


Zeit statt Geld

Britta: Die Ressource Zeit ist sowohl für Unternehmen als auch für Mitarbeiter wertvoll und ein hohes Gut. Beide „buhlen“ darum: Firmen möchten gerne den Kunden bestenfalls rund um die Uhr bedienen und seine Wünsche schnellstmöglich erfüllen – Mitarbeiter möchten gerne über Zeit selbstbestimmen und verfügen. Wichtig aus meiner Sicht ist, dass es für beide Interessenslagen und damit auch betrieblich passt. Alle sind hierbei einzubeziehen. Denn die Flexibilität, die ich anbieten will, kann ja nicht alleine das Unternehmen abfedern, sondern muss im Team ausgeglichen werden. Und wenn wir von mehr Selbstverantwortung für Mitarbeiter sprechen, dann gehören sich selbstorganisierende Teams und entsprechende Prozesse und Strukturen dazu. Denn das Arbeitsvolumen vor der Brust muss ja erledigt werden. Sonst leidet der Kunde.

Nadine: Und eine Frage, die wir uns dabei ebenfalls stellen sollten ist, wie viel Arbeitszeit macht Sinn. Rheingans, Digital Enabler, eine IT-Firma aus Bielefeld, hat hier eine ganze eigene Antwort gefunden: 25 Stunden Arbeitszeit bei vollem Lohn. Der dortige Chef ist davon überzeugt, dass es keinen Sinn macht, wenn Mitarbeiter acht, neun oder gar zehn Stunden am Stück programmieren. Denn irgendwann nimmt die Konzentration ab, es passieren Fehler und auf Dauer, bleibt zu wenig Zeit und Energie sich fachlich weiter zu entwickeln. Aus diesem Grund hat er ein Experiment gestartet und seinen Mitarbeitern den 5-Stunden-Tag verordnet. Bislang ist der Geschäftsführer mit den Ergebnissen zufrieden. Und so dauert das Experiment nun auch schon seit November an.
Ich bin davon überzeugt, dass wir in Zukunft auch in weiteren Bereichen das Postulat des 8-Stunden-Tags hinterfragen und überdenken sollten. Denn es rührt aus den Anfängen des Industriezeitalters und das haben wir doch mittlerweile hinter uns gelassen. Die Frage sollte meines Erachtens auch hier lauten: Was macht Sinn? Aus Sicht der Beschäftigten und des Unternehmens?   

Britta: Genauso sehe ich das auch. Es geht also um viel mehr als nur Geld beim Thema Vergütung. Ich behaupte sogar, das Unternehmen, wenn sie ein attraktiver Beziehungspartner für Mitarbeiter sein wollen, in „agilen Währungen“ bezahlen müssen.

Und so möchten wir das Thema gemeinsam von unterschiedlichen Facetten beleuchten und mit denen besprechen, die es tangiert: mit Ihnen.

Wo:    Auf der Zukunft Personal 2018 #ZP18, Hallo 2.1. Raum 3, Messe Köln
Wann:          13. September 2018 11:30 – 13:15

Wir freuen uns!

Britta & Nadine

Donnerstag, 2. August 2018

#BetterWork is #HeartWork - Das brauchen Challenge-Partner und Superhelden

Quelle: Fotolia
Veränderung allein um der Veränderung Willen reicht nicht. Es genügt zukünftig auch nicht, die Veränderung oder Transformation „nur“ zu überstehen oder einfach zu „bewältigen“. Für Unternehmen wird es vor allem darauf ankommen, sich sowohl in der Veränderung selbst als auch in der Zeit „danach“ immer wieder auf dem - dann auch unter Umständen veränderten - Markt zu behaupten. Es geht also letztendlich darum, immer wieder neu zu bestehen. Und nicht nur das: möglichst auch erfolgreich zu bestehen, - am besten sogar: sich besser als vorher durchzusetzen und ja, sogar zu den Besten zu gehören. Eine erfolgreiche Veränderung oder Transformation muss sich daran messen lassen, ob es durch sie (oder in der Zeit nach ihr)  besser läuft als vorher. Denn ohne dieses Mess-Kriterium sind sie irgendwann „weg vom Fenster“, die Unternehmen…
So die Aussage in meinem letzten Blogbeitrag: Challenge-Partner – die neuen Superhelden unserer Zeit. https://brittaredmann.blogspot.com/2018/07/challenge-partner-die-neuen-superhelden.html 

Inhalt:
Superhelden und Challenge-Partner bleiben nur freiwillig
Zukunftsfähiges Unternehmensdesign braucht Herz
Ein Beispiel ganz konkret: VEDA GmbH
Transparenz
Austausch von Mensch zu Mensch
Partizipation
Fazit

Superhelden und Challenge-Partner bleiben nur freiwillig
So weit so gut. Und wie wunderbar, wenn es einem Unternehmen dann sogar noch gelingt in den harten Zeiten des Ringens um die besten aller Mitarbeiter  - Superhelden und insbesondere Challenge-Partner - sicher und erfolgreich an Bord des Unternehmens zu holen. Also am besten sie mit einem festen Arbeitsvertrag zu binden. Doch Stopp! „Binden“ ist hier das falsche Wort – denn dann wäre ja „alles in Butter“ und die Zukunft gesichert. Kein Risiko mehr für das Unternehmen, wenn es allein mit dem Abschluss eines Arbeitsvertrages sich sicher sein könnte, dass z.B. eine Superheldin wie Capitana Challenge (stellvertretend natürlich für alle weiblichen und männlichen Challenge-Partner) diesem Unternehmen so lange wie nötig loyal verbunden bleibt. Nein, die Haltung eines Mitarbeiters, wie Loyalität, Treue, Verantwortung und vor allem den immer wieder sich allen Herausforderungen stellenden Willen zum Erfolg genau für dieses Unternehmen – das lässt sich in keine vertragliche Vereinbarung packen. Ein Superheld zu sein bedeutet mehr als eine Leistung nach „mittlerer Art und Güte“ zu erbringen und damit mehr als es im vertraglichen Austauschverhältnis Arbeitnehmer – Arbeitgeber vorgesehen ist. 

Bindung durch den Arbeitsvertrag ist hier eine Illusion. Im wahren Leben und zukünftig noch viel mehr, wird es so sein, dass die Besten der besten Mitarbeiter (Superhelden eben) den Arbeitgeber einfach verlassen, wenn es für sie  nicht genügend Spielraum, Herausforderung und im Fall von z.B.  Capitana Challenge Erfolg und partnerschaftliche Augenhöhe gibt, bei der ihre Werte und ihre Haltung auch auf einen fruchtbaren Boden fallen. Und das hat etwas mit der Bedürfniserfüllung, sprich der Motivation zu tun. Für Unternehmen wird es darum gehen, dass es ihnen sehr gut gelingt, die Bedürfnisse von Superhelden ausreichend zu erfüllen. Denn:  wahre Superhelden – und das sind ja insbesondere die Challenge-Partner – zeichnen sich gerade dadurch aus, dass sie gehen können, wenn es nicht mehr für sie passt. Sie werden überall gebraucht. Und wenn sie bleiben, dann tun sie es freiwillig, denn wahre Superhelden können sich ihre Einsatzorte, sprich Arbeitsplätze, nun mal frei aussuchen.
Und so kommt diese Blogparade zum Thema #BetterWork genau zum richtigen Zeitpunkt, für die Frage, was denn vor allem einen Challenge-Partner, der insbesondere für Werte wie Loyalität und Treue steht, überzeugen kann zu bleiben.https://www.etventure.de/blog/betterwork-startschuss-der-etventure-blogparade/

Zukunftsfähiges Unternehmensdesign braucht Herz
Wie geht das mit einem „guten Arbeitsplatz“? Was müssen Arbeitgeber tun, um ein zukunftsfähiges Unternehmensdesign zu gestalten? Sind es die Bürohunde, die neuerdings – nach den betriebseigenen Kita´s – immer öfter mitgebracht werden dürfen und die für die „richtige“ Atmosphäre sorgen? Ist es ein exorbitantes Gehalt – vielleicht selbst gewählt oder lieber doch im "tarifsicheren" Bereich mit (fast) jährlich garantierter Tarifsteigung? Sind es die selbstbestimmten Arbeitszeiten? Oder die „chilligen“ Lounge Ecken, in die man sich dann kleine Häppchen aus der unternehmenseigenen Küche (natürlich wählbar mit Biokost, vegetarisch oder vegan – aber alles selbstgemacht 😉) mitnehmen kann?
Wahrlich, das was Unternehmen – egal ob klein oder groß  - alles tun, um die Besten der Besten zu bekommen, ist ganz schön aufwendig. Ein Blick in Kununu zeigt, was hier alles möglich ist und was hier alles untereinander aufgefahren wird.
Ich persönlich glaube, dass dies zwar wichtig ist und in den heutigen Zeiten auch stark darüber entscheidet, ob Organisationen überhaupt als ein attraktiver Arbeitgeber wahrgenommen werden und Bewerber erreichen – doch ob diese dann tatsächlich bleiben, - dafür reicht das reine Angebot von Benefits nicht aus.  

Für ein zukunftsfähiges Unternehmensdesign braucht es mehr: es braucht einen inneren Kern. Und zwar den des Unternehmens. Es braucht Atmosphäre. Und zwar in einer Firma. Es braucht Gefühl. Und zwar zwischen und für die Menschen, um die es dort geht. Jawohl! Es geht um komplett weiche Faktoren: weder zählbar, noch messbar, noch sind diese abzuwiegen. Es geht um den Charakter eines Unternehmens – es geht, um sein Herz.  

Foto: B. Redmann


Ein Beispiel ganz konkret: VEDA GmbH
Ich will dies an einem Beispiel verdeutlichen. Ein Unternehmen, dass ich kenne und das mich stolz macht, mit gestalten zu dürfen. Seit bereits über 40 Jahren ist VEDA auf dem Markt, was für ein Softwareunternehmen schon etwas heißt. Und es bietet vielen innovativen Superhelden und auch Challange-Partnern einen Ankerplatz. Ein Ankerplatz, für den sich diese Mitarbeiter immer wieder entscheiden zu bleiben. Und auch das konstant über viele Jahre hinweg. Warum ist das so? Was macht das Herz von VEDA aus?

HerzStück: Transparenz
Zum einen ist dies Transparenz.
Woran sich diese zeigt? Seit dem ich VEDA erlebe, gibt es alle drei Monate ein Treffen mit allen (!) Mitarbeitern (Quartalsmeeting bzw. Highlightmeeting) in dem die Geschäftsführung über die aktuellen Zahlen, die aktuellen Vorkommnisse oder neue Ideen und Strategien informiert. Hier wird sehr offen über alles – Schönes und Nicht-Schönes (z.B. warum hat etwas nicht geklappt, warum konnten bestimmte Erwartungen nicht erfüllt werden…) gesprochen und diskutiert.  So lernen wir aktiv aus unseren Erfahrungen. Jeder, der will, kann sich aktiv an dem Quartalsmeeting beteiligen. Jeder der will, kann hier auch einen aktiven Part übernehmen und sich selbst einbringen. Es wird gemacht, weil es ein wesentliches Prinzip von VEDA ist und den Charakter prägt: über die wesentlichen Themen zu informieren und sich untereinander, zusammen darüber auszutauschen und daraus zu lernen. 

Einfache Sichtbarkeit

HerzStück: Austausch von Mensch zu Mensch
Ein weiteres „HerzStück“ ist der Austausch von Mensch zu Mensch. VEDA hat 150 Mitarbeiter. Das entspricht ca. 7 Fußballmannschaften. Der Austausch miteinander, wirklich von Kollege zu Kollege, - ja von Mensch zu Mensch – ist uns sehr wichtig. Wir glauben an den Kontakt zueinander und wir mögen es, miteinander zu diskutieren. Das braucht keine Anweisung – das passiert automatisch. Und das macht uns aus. Natürlich kostet uns das auch Zeit – doch diese Investition ist es uns immer wert. Unsere Arbeitsräume sind so gestaltet, dass wir viele Möglichkeiten zum Austausch bieten. Es gibt z.B. ein großes open-space für die Softwareentwickler aber auch verschieden große Konferenzräume oder diverse Kaffee-Lounges, an denen man sich treffen kann. Diese Raumgestaltung bringt unseren „inneren  Faktor“ zum Ausdruck: Wir haben, als wir uns damals vor 5 Jahren auf unseren Prozess und Weg der agilen Zusammenarbeit gemacht haben, ganz intensiv mit Feedback auseinandergesetzt und alle – ja, wirklich alle: Geschäftsführer, Auszubildende, teamübergreifend – in ein Feedbacktraining eingeladen, um ein einheitliches Verständnis von Feedback zu haben, dieses für uns zu definieren und es auch fortan immer wieder zu trainieren. Denn Feedback – das Rückmelden meiner eigenen Wahrnehmung an meine Kollegen – ist für uns die Basis unserer Gesprächskultur und unserer vernetzten Zusammenarbeit und damit auch unserer Performance. Und nein, wir sind damit nicht „fertig“, sondern auch hier gilt es immer wieder unsere Kommunikation und damit auch unser Verhalten zu verbessern und zu erweitern und immer wieder neu zu lernen. An uns und mit uns. Es ist unser Bestreben, unser Wissen möglichst vielseitig miteinander zu teilen. Hier unterstützt uns zwar unsere eigene Software Horizon – doch das ist „nur“ die Technik. Das dies wahrlich mit dem Herzen heraus geschieht – das gelingt nur mit der entsprechenden inneren Einstellung.

Das Miteinander als auch das eigene individuelle Bedürfnis möglichst gleichzeitig leben zu können, ist im Unternehmensdesign bei VEDA fest verankert. Der Einzelne mit seinen vielfältigen Facetten (und ja auch menschlichen Befindlichkeiten) wird gesehen und wahrgenommen. Und wenn beim Einzelnen naturgegeben Probleme – egal ob beruflich oder privat – auftreten, versuchen wir immer eine bestmögliche Lösung für alle Beteiligten zu finden. Gemeinsam. Miteinander. 


Gemeinsam & Miteinander

HerzStück: Partizipation
Ein weiteres Charaktermerkmal ist, dass jeder sich bei wirklich fast allem beteiligen kann, sofern er das möchte und Interesse anmeldet. Er kann sich mit seiner Kreativität, seinen Ideen und seinem Engagement voll einbringen. Jeder, der wirklich, wirklich will, kann in der VEDA „machen“. Was heißt das konkret? Er kann neue Wege ausprobieren oder auch sich selbst in neuen/anderen Aufgaben ausprobieren.   

Das, was viele Unternehmen im Rahmen von agilem Arbeiten aktuell umstellen – nämlich ihr Performance Management weg von Einzelzielen hin zu einer (finanziellen) Beteiligung an gemeinsamen Unternehmenszielen auszurichten - das gibt´s bei der VEDA schon gefühlt „ewig“ und zeugt von dem partizipativen Gedanken. Nach dem Motto: das Unternehmensziel kann nur gemeinsam erreicht werden – und daran orientiert sich auch eine Prämienausschüttung. 


Transparenz, menschliche Nähe und Partizipation sind die Herzstücke, die das Wesen von VEDA prägen

Fazit:

Superhelden bleiben nur freiwillig. Ein für sie passenden Arbeitsumfeld, in dem sie sich entfalten können und das ihnen entspricht ist, lässt sich nicht mit einem Arbeitsvertrag „sichern“. Es kommt vor allem darauf an, ob die Haltung und die damit verbundene Werte zueinander passen. Viele Goodies, die Arbeitgeber hier bieten, können ein Ausdruck dieser Werte sein. Entscheidend für ein zukunftsfähiges Unternehmen ist aber dessen Herzstück – sein Charakter. Und dieser zeigt sich nur in der Zusammenarbeit. 
#BetterWork ist #HeartWork.  

#BetterWork is #HeartWork  

Dieser Beitrag ist Teil der Blogparade #BetterWorks. Danke Euch dieses tolle Thema 👍



Donnerstag, 19. Juli 2018

Challenge-Partner - die neuen Superhelden unserer Zeit?

Quelle: Fotolia

„Sie sind: top engagiert, auf der Suche nach ständigen Herausforderungen, eigenverantwortlich, unternehmerisch denkend, selbstverständlich agil im Mindset, bereit die Zukunft zu rocken, bringen Innovationskraft und Lust auf Leistung mit und sind natürlich bestens qualifiziert…“? So oder ähnlich lesen sich aktuelle Stellenangebote – egal ob es dabei um die von aller Welt gesuchten IT-Fachkräfte geht oder z.B. um Sachbearbeiter* im Gebäudemanagement oder auch um Führungskräfte. Unabhängig welche konkrete Stelle besetzt werden soll: die Anforderungen erscheinen  überall gleichermaßen hoch und umfassen fast ausnahmslos die oben aufgezählten Punkte. Ja, Recruiting – oder altdeutsch „die Personalbeschaffung“ – boomt. Kaum ein Unternehmen, was sich hier aktuell nicht mit dem Thema beschäftigt.


Inhalt:
Unternehmen leben im Dilemma
Nur die Besten bleiben - das gilt umso mehr bei Veränderung
Es braucht Superhelden
Der Challenge-Partner als neuer Superheld
"Capitana Challenge" lebt nicht im Comic
Fragen als Fazit

Unternehmen leben im Dilemma

Zu Recht. Sind doch die Mitarbeiter* – ich korrigiere – aus Sicht eines Unternehmers natürlich möglichst die besten Mitarbeiter – die Garantie für sein Unternehmen, erfolgreich und damit vor allem wandlungsfähig in die Zukunft zu gelangen. Wie ich schon in meinen letzten Beiträgen ausgeführt habe, lastet hier ein hoher der Druck auf Unternehmen – insbesondere im Mittelstand – den Anforderungen von Anpassungsfähigkeit und gleichzeitig ertragreicher Leistung Genüge zu tun.  So gesehen ist das zum einen das vielleicht alt anmutende Dilemma von „Innovation versus Effizienz“. Neu betrachtet unter dem Blickwinkel von #NewWork und den Einflüssen von KI sowie unserem gesellschaftlichem Wandel (Stichwort: Sinn der Arbeit, Wichtigkeit von Werten, unterschiedliche Bedürfnisse) und einer disruptiven Umwelt die Schwierigkeit der „Ambiguität“. Also als Unternehmer sich gerade in einer Arbeitswelt zu befinden, die  von Unsicherheit und unsicheren Einflussfaktoren geprägt ist und keinerlei objektive Wahrscheinlichkeit ermöglicht, sondern ähnlich wie beim Glücksspiel von einer subjektiven Einschätzung hinsichtlich Entscheidungssituationen geprägt ist.

Nur die Besten bleiben - das gilt umso mehr bei Veränderung
Organisationen leben also im Wandel und müssen sich diesem auch selbst stellen. Und nicht nur das: es geht nicht nur um die Veränderung ansich und diese möglichst schockfrei zu meistern – nein, es wird vor allem darauf ankommen, sowohl in der Veränderung selbst als auch in der Zeit „danach“ das Unternehmen immer wieder auf dem - dann auch unter Umständen veränderten - Markt zu behaupten. Es geht also letztendlich für Unternehmen darum, immer wieder zu bestehen. Und nicht nur das: möglichst auch erfolgreich zu bestehen, - am besten sogar: sich besser als vorher durchzusetzen und ja, sogar zu den Besten zu gehören. Denn sonst sind sie irgendwann „weg vom Fenster“.

Es braucht Superhelden
Damit dies gelingt trägt nicht nur die faktische Leistung und Leistungsfähigkeit von Mitarbeitern hierzu bei, sondern entscheidend ist vor allem ihre Haltung von der die Zukunftssicherung abhängt.

Um also überhaupt gut durch einen Wandel zu kommen, sich schnell auf neue Technik, Ideen, Methoden etc. einstellen zu können, braucht es also auf jeden Fall schon mal neben einer körperlichen Leistungskraft viel Lust auf Innovation und Veränderung. Dieser passende und den Wandel im besten Sinne mitgestaltende Mitarbeiter ist also für Unternehmen wichtiger denn je. Es braucht nicht weniger als einen Superhelden oder eine Superheldin – so zumindest lesen sich die meisten Stellenanzeigen.
Agilitätskompetenz, Veränderungsbereitschaft, Verantwortung, Empathie, sorgt für eigene Wissenserweiterung, reflektiert, geht mutig neue Wege… und bei Führungskräften kommt noch eine Schippe oben drauf: schafft Vertrauen, gestaltet Beziehungen persönlich und digital, hält die Balance zwischen Spielraum und Erfolgskontrolle, begeistert, kann sich auf jeden individuell einstellen und noch vieles mehr. Puh – da kann schon kaum Captain America oder Supergirl mithalten. Und das sind doch eigentlich schon Superhelden par excellence. 
Doch diese Superhelden decken nur einen Teil – sagen wir mal so was wie das „daily business“ der Veränderung ab. Diese Super-Mitarbeiter tragen erst einmal überhaupt  dazu bei, dass eine Veränderung gut gelingen kann und sich auf neue Möglichkeiten, Rahmenbedingungen und Faktoren möglichst gut trainiert eingestellt wird. Doch um wahrlich weiter oder sogar erneut wieder erfolgreich zu sein und sich wirtschaftlich zu behaupten, werden Unternehmen mehr brauchen als Super-Mitarbeiter. Sie brauchen den Mitarbeiter, der wirklich, wirklich das Unternehmen in der Veränderung und bei jedweden zukünftigen Herausforderungen – neudeutsch „Challenge“ – erfolgreich machen will. Der, der von innen heraus zu den besten Unternehmen gehören möchte und dafür eben auch alles gibt, das das Unternehmen, wofür er arbeitet auch zum Besten wird. 

Der Challenge-Partner als neuer Superheld
Um sich wirklich erfolgreich zukunftsfähig aufzustellen benötigen Unternehmen also einen bestimmten Typus von Superheld, dem es sowohl gelingt, sich immer wieder den aktuellen Bedürfnissen anzupassen und der auch immer wieder „gewinnen“ will und besser sein will als der Durchschnitt. Er denkt und handelt nicht nur wie ein Unternehmen sondern hat bei seinen Entscheidungen immer (!) das Unternehmen als Ganzes im Blick. Und er ist bereit, sich den wirtschaftlichen Markt immer wieder zu erobern bzw. in der obersten Liga mit zu spielen.
Solche Challenge-Partner geben Unternehmen die Power – und zwar von innen heraus – die sie zukünftig benötigen, um nicht nur zu bestehen sondern unter den Besten zu sein.  Unternehmen brauchen also den Challenge-Partner als neuen Superhelden unserer Zeit. 


"Capitana Challenge" lebt nicht im Comic
Also alles doch ganz easy oder?! Unternehmen suchen sich ihre richtigen Challenge-Partner und dann klappt´s auch mit der Zukunft. 
Ja…das würde so einfach funktionieren, lebten wir alle in einem Comic. Dann könnte der Erfinder der Marvel-Superhelden  den Challenge-Partner einfach als neue Figur, nennen wir sie doch einfach Capitana Challenge,  zeichnen und die Geschichte geht weiter.
Doch zum Glück leben wir jetzt nicht in einem Comic: Wir haben das Privileg der Selbstbestimmung. Unsere Unternehmen müssen also schon selbst „ihre Geschichte“ gestalten und ihre eigene wahre Capitana Challenge finden.
Dabei ist die richtige Suche und Ansprache sicherlich ein Kriterium, um Superhelden für eine gemeinsame Abenteuerreise zu finden. Um sie jedoch dauerhaft und verbindlich als Super-Partner im Abenteuer „Zukunft der Arbeit“ für sich buchen zu können, bedarf es sicherlich noch  mehr. 


Fragen als Fazit:
Und das ist eine vielleicht noch viel spannendere Frage als die der Ansprache: Wie schafft es ein Unternehmen, seine Challenge-Partner immer wieder neu für sich und die damit anstehenden Herausforderungen in unserer Arbeitswelt zu gewinnen? Was braucht eine Capitana Challenge tatsächlich um ihre Superkräfte voll zu entfalten? Denn wenn dieser Mitarbeiter wie ein Unternehmer denkt, handelt und eben auch fühlt – braucht er dann nicht auch einen partnerschaftlichen Umgang auf Augenhöhe?

Und das ist vielleicht für viele Unternehmen eine weitere, neue Situation: wie sieht ein solcher partnerschaftlicher Umgang auf Augenhöhe denn konkret aus? Geld – also das Gehalt – ist hier sicherlich nur eine Komponente, - aber was sind weitere, wichtige Faktoren? Ist es die Freiheit in den Entscheidungen? Ist es die Selbstbestimmung über Zeit und Arbeitsort? Ist es ein bestimmter „Haftungsfreispruch“ wenn mal bei Entscheidungen was schief geht? Oder ist es gar tatsächlich der Erfolg, der dann in der Zukunft eintritt – und dann auch eintreten muss – denn sonst ist die Capitana Challenge, die Superheldin für den Erfolg, wieder weg und sucht sich ein für ihn/sie passendes Unternehmen, dass ihm/ihr eben genau diesen Erfolg geben kann. Wäre diese Konsequenz dann nicht auch Teil einer Erfolgs-Partnerschaft?

Anmerkungen/Quellen:
1. *Alle Bezeichnungen verstehen sich ausdrücklich geschlechtsneutral
2.  www.britta-redmann Blog….Auf zu neuen Galaxien: Flexible Arbeitszeiten – die Reise ins Unbekannte
3. https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/ambiguitaet-53900 Ambiguität bezeichnet eine Situation unter Unsicherheit, in der der Entscheider keine eindeutigen Vorstellungen über die Wahrscheinlichkeiten       möglicher Ereignisse hat. Die extremste Form der Ambiguität ist Unsicherheit i.e.S.; der Entscheider kann hier keinerlei          Wahrscheinlichkeitsvorstellungen angeben. Allg. besteht Ambiguität aber bereits dann, wenn Wahrscheinlichkeiten nicht objektiv gegeben sind (wie bei Glücksspielen), sondern subjektiv geschätzt werden. Ambiguität tritt regelmäßig in wirtschaftlichen Entscheidungssituationen auf, da Entscheider hier auf subjektive Einschätzungen über Umweltzustände bzw. deren Determinanten angewiesen sind.“

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Danke an Brendan Church, unsplash Was bedeutet Karriere für Dich? Unter diesem Motto hatte ich vor einiger Zeit begonnen, Menschen ...